Clientis entwickelt für Jungheinrich integrierten Traglastenberechner

Für Jungheinrich entwickelte Clientis feine SAP-Lösung zur automatischen Ermittlung der maximalen Traglast von Gabelstaplern. Die automatische Traglastberechnung ist vollständig in die Kundenauftragserfassung und die Variantenkonfiguration integriert. Dies führt zu einer erheblichen Zeitersparnis und weniger Berechnungsfehlern. Dank der Möglichkeit von Simulationsberechnungen konnte zudem die Beratungsqualität im Verkauf verbessert werden.

Ein kleines Schild verursacht großen Aufwand

Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Hersteller von Gabelstaplern jedes Fahrzeug vor der Auslieferung mit einem sogenannten Traglastschild ausstatten. Das Schild soll den Fahrer darüber informieren, welche Lasten maximal transportiert werden dürfen. Die Berechnung der Traglasten ist kompliziert, da nahezu jede Veränderung am Fahrzeug das Ergebnis beeinflussen kann. Größe und Gewicht des Gabelstaplers, Reifentyp, die Art der Hubgerüste, die gewünschte Transporthöhe oder das Modell des Gabelzinkens sind nur einige der Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt.

Bei Jungheinrich, einem der führenden Anbieter für Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik, wurden die notwendigen Berechnungen bisher in einem separaten Arbeitsgang durchgeführt. Ein Mitarbeiter erhob die notwendigen Daten aus SAP und fügte sie manuell in ein Excel-Dokument, in dem die für die Berechnung notwendigen mathematischen Formeln hinterlegt waren. Die Gabelstapler von Jungheinrich werden oftmals individuell auf die spezifischen Anforderungen der Kunden angepasst. Aus diesem Grund muss die maximale Traglast für jede Sonderanfertigung eigens errechnet werden, was viel Aufwand verursacht.

Jungheinrich wollte diesen Prozess vereinfachen und sicherer machen. 2013 wandte sich Jungheinrich deshalb an Clientis mit dem Wunsch, eine SAP-Lösung zu entwickeln, die automatisch die maximale Traglast von Gabelstaplern ermittelt. Gemeinsam mit den zuständigen Fachabteilungen erarbeitete Clientis daraufhin zunächst ein Pflichtenheft und definierte den Projektauftrag. Nach der Freigabe durch das Unternehmen entwickelte Clientis in nur sechs Monaten zunächst die Basisfunktionalitäten des automatischen Traglastrechners. Nach einem halbjährigen Praxistest, in dem sich das neue Tool bewähren musste, wurden schließlich in einer zweiten Projektphase weitere Spezifikationen definiert und umgesetzt.

 

Maximale Transparenz dank nahtloser Integration in die Variantenkonfiguration von SAP

Die von Clientis entwickelte automatische Traglastberechnung ist vollständig in das bestehende SAP-System integriert. Die Berechnung der maximalen Traglast geschieht dadurch automatisch im Hintergrund, die dafür relevanten Daten werden den SAP-Stammdaten entnommen. Clientis gelang es, die automatische Traglastberechnung vollständig in die Kundenauftragserfassung einschließlich der Variantenkonfiguration zu integrieren, wofür überaus komplexe Programmierungen notwendig waren. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass jeder Kundenwunsch und jede Spezifikation bei der Berechnung der korrekten Traglast berücksichtigt wird.

Dank der Integration in SAP stehen die Berechnungen nunmehr dem Unternehmen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zur Verfügung. Daraus ergeben sich weitere nützliche Funktionen über die Berechnung der notwendigen Angaben für das Traglastschild hinaus. Beispielsweise überprüft das System automatisch, ob es sich bei einem Gabelstapler um eine neue Konfigurationsvariante handelt oder ob Jungheinrich in der Vergangenheit bereits vergleichbare Fahrzeuge hergestellt hat. Das ist wichtig, weil jede neue Fahrzeugkonfiguration auf dem Prüfstand einem Kipptest unterzogen werden muss. Dabei wird überprüft, ob der Gabelstapler die vom System errechneten Lasten tatsächlich tragen kann. Handelt es sich um eine bereits getestete Konfiguration, können die bereits ermittelten Testwerte wiederverwendet werden. Ein erneuter Testdurchlauf kann eingespart werden.

Des Weiteren ermöglicht die automatische Traglastberechnung auch Simulationen. Damit kann das technische Auftragszentrum von Jungheinrich schon in der Angebotsphase zeitnah prüfen, ob die Wünsche eines Kunden technisch umsetzbar sind. Auch im Marketing, in der Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung sowie bei der Qualitätsprüfung kommt die automatische Traglastberechnung zum Einsatz.

 

Praxistest fehlerfrei bestanden – hoher Nutzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Die automatische Traglastberechnung hat sich bei Jungheinrich seit Mitte 2013 in der Praxis bewährt. Das Tool läuft seit seiner Einführung nahezu fehlerfrei und hat das bisherige aufwendige Berechnungsverfahren via Excel vollständig ersetzt. Die Berechnung ist weniger fehleranfällig als die manuelle Eingabe in Excel, sodass die Qualität der ermittelten Daten deutlich gesteigert werden konnte. Clientis gelang es zudem, die neue Lösung ohne Modifikation des SAP-Standardsystems zu integrieren. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass auch künftige Updates von SAP ohne Probleme übernommen werden können.

Jungheinrich profitiert dank der automatischen Berechnung der Traglast von einer deutlichen Zeit- und Aufwandsersparnis in der Produktion und einer erheblichen Verbesserung der Transparenz über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Die manuelle Berechnung der Daten für das Traglastschild ist vollständig entfallen. Der automatische Abgleich mit früheren Berechnungen hilft, überflüssige Kipptests zu vermeiden. Mit Hilfe der neuen Simulationsberechnungen konnten zudem die Beratungsqualität und die Kundenzufriedenheit gesteigert werden.

"Oft ist es besser, Lösungen innerhalb des bestehenden SAP-Standards zu realisieren, anstatt zusätzliche Applikationen hinzuzufügen. Auf diese Weise bleibt das System auch nach einem Releasewechsel voll funktionsfähig. SAP bietet dazu viele Möglichkeiten. Man muss sie nur kennen."
Miodrag Dick CEO Clientis AG

Jungheinrich AG

Die Jungheinrich AG ist einer der drei größten Anbieter in den Bereichen Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik weltweit. In der Lagertechnik ist das Unternehmen führend in Europa. Das Unternehmen ist mit eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften in 31 europäischen und außereuropäischen Ländern vertreten. Sitz der Konzernzentrale ist Hamburg.

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